Soll, ja darf ich aussagen?

Kann ich, soll ich, ja darf ich einer rechtsbedenklichen Behörde Auskünfte geben?

Mit Schreiben vom 20.11.2017 hatte das Bayerische LKA, vertreten durch den Kriminalbeamten KHK Ruf bei mir angefragt, ob ich im Zusammenhang mit den bereits im Dezember 2014 erneut aufgenommenen Ermittlungen zum Oktoberfestattentat zu einer Zeugenaussage bereit sei.

Daraufhin hatte ich meine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, allerdings nicht uneingeschränkt und nicht vorbehaltslos, sondern nur unter der Bedingung, dass das gesamte Vernehmungsgeschehen digital aufgezeichnet wird und ich natürlich sofort davon eine Kopie mit nach Hause nehmen könnte.

Natürlich möchte ich auch die uneingeschränkten Verbreitungsrechte, und die persönliche Deutungshoheit über meine eigenen Aussagen behalten.

Inzwischen hat sich durch Veränderung der Sachlage auch meine Einstellung zur hier relevanten Angelegenheit geändert.

kl
Zuhause, 2015

Nicht nur, dass mir die Ermittlungsbehörden mitgeteilt haben, meiner Forderung nach Aushändigung der Vernehmungsprotokolle auf keinen Fall statt zu geben, sondern man hat auch noch mit der Übermittlung eines massiven Einschüchterungsversuches eins drauf gesetzt.

Dabei handelt sich um den Versuch, mich mit einer als Disziplinierungsmaßnahme gedachten, politisch motivierten Rechtsbeugung von der Veröffentlichung behördlicher Rechtsbrüche ab zu halten. Ein staatsanwaltschaftlich vorgetragener Angriff über den im Einzelnen noch viel zu reden sein wird.

Aber alles zu seiner Zeit!

Um zum Kern der Sache zu kommen:

Ich werde wohl oder übel an dem auf den 30.01.2018 festgesetzten Vernehmungstermin vor der Staatsanwaltschaft erscheinen, aber das bedeutet nicht, dass ich mich zur Sache äußern werde.

Inzwischen sind mir schwerwiegende Bedenken gekommen.

Wie inzwischen allgemein bekannt geworden ist, müssen sich mehrere Kriminalbeamte des BLKA vor Gericht wegen krimineller Machenschaften im Amt verantworten. Und sinnigerweise war einer der Hauptangeklagten ausgerechnet der Kriminaldirektor H., Leiter des Ermittlungsverfahrens „Soko-Theresienwiese“ gewesen. Seine, und die seiner Kollegen nun gerichtlich geahndeten Verfehlungen sind durch Medienberichterstattung inzwischen bestens bekannt geworden. Dabei stimmen mich besonders die Delikte der Aktenverfälschung und Beweismittelunterdrückung bedenklich.

Meine, aus diesen Tatsachen gezogene Schlussfolgerung lautet:

Wenn die Beamten des BLKA in der beschriebenen Weise rechtswidrig, ja kriminell in der Bandidoaffäre (Polizeiskandal in Bayern, Anm. Mayr) agierten, dann muss ich in Betracht ziehen, dass sie in ähnlicher Weise auch im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Oktoberfestattentat tätig geworden sein könnten.

Das wiederum bedeutet, dass selbst wenn ein Teil der Ermittlungsbeamten inzwischen durch möglicherweise integre Beamte ausgetauscht wurde, so könnte doch jener Teil des Ermittlungsmaterials, der noch unter der Amtsleitung von Mario H. zustande gekommen ist, unter Anwendung rechtswidriger Methoden zustande gekommen sein.
Allein diese Überlegung, die keineswegs für sich allein steht, muss mich daran hindern, in eine Debatte mit dem BLKA einzusteigen.

Ich könnte beispielsweise mit Vorhalten aus Vernehmungen konfrontiert werden, die unter Anwendung rechtswidriger Methoden zustande gekommen sind.

Der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner zuvor wenigstens grundsätzlich erklärten Vernehmungsbereitschaft bleibt aber die Weigerung der Behörden meine berechtigten Rehabilitierungsbemühungen noch nicht einmal im Ansatz zulassen zu wollen. Unter diesen Umständen ist es mir egal ob die Behörden von mir etwas wissen wollen oder nicht.

Meinetwegen kann man das Oktoberfestattentat so oft erneut aufrollen wie es beliebt. Das geht mich alles überhaupt nichts an. Ich habe mit der ganzen Sache nie etwas zu tun gehabt und ich habe mich auch durch nichts etwa zufällig verdächtig gemacht.
Meine Kenntnisse zum Terroranschlag auf der Theresienwiese ergeben sich aus den Akten. Besonders ertragreich wäre die Akte Dr. Langemann.

Alles was mir klar ist, wissen die Behörden selber, aber sie werden niemals in die richtige Richtung ermitteln. Niemals werden sie, wie der Journalist Heigl, begleitet von einem spöttischen Lächeln so treffend vor der Kamera erklärte: „Der Frage nach gehen was der Dr. Langemann tatsächlich getan hat.“

 

(Foto: Eigene Aufnahme)

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